Wie funktionieren Infrarotpaneele im Detail?

Von außen sieht ein Infrarotpanel unscheinbar aus, eine weiße Platte, ein Bild oder ein Spiegel an der Wand. Viele fragen sich, wie so ein dünnes Ding einen ganzen Raum heizen soll. Die Antwort liegt in einer Kombination aus moderner Materialwissenschaft und einer jahrtausendealten Erkenntnis, dass Strahlungswärme die gesündeste Wärme für den Menschen ist. Schon die Römer haben ihre Häuser mit warmen Wänden beheizt und nicht mit heißer Luft.

Die Umwandlung: Von der Steckdose zum Licht, das Sie nicht sehen

Im Kern passiert im Paneel ein sehr einfacher physikalischer Vorgang. Strom wird durch ein Material mit hohem Widerstand geleitet. Dabei entsteht Wärme, aber nicht irgendeine Wärme, sondern eine genau definierte elektromagnetische Welle. Die Kunst liegt darin, diese Welle so zu erzeugen, dass sie vom menschlichen Körper optimal aufgenommen wird. Der menschliche Körper absorbiert Strahlung zwischen sieben und vierzehn Mikrometern am besten. Genau in diesem Fenster strahlen hochwertige Paneele. Das wird durch die Beschichtung der Frontplatte erreicht. Eine spezielle Keramikbeschichtung sorgt dafür, dass das Maximum der Emission genau bei neun Komma vier Mikrometern liegt. Das ist übrigens genau die Wellenlänge, die auch von Heilpraktikern in Infrarotkabinen für die Tiefenwärme verwendet wird. Die Wärme dringt also wenige Millimeter in Ihre Haut ein und wärmt Sie von innen, anstatt nur die Hautoberfläche zu erhitzen. Deshalb fühlen Sie sich nach wenigen Minuten so angenehm durchwärmt, als würden Sie in der Frühlingssonne sitzen.

Die Lenkung: Warum die Bauform so wichtig ist

Ein häufiger Fehler ist zu glauben, jedes flache elektrische Heizgerät sei ein Infrarotpanel. Ein normales Konvektorblech ist vorne fünfzig Grad warm, hinten aber genauso warm und heizt die Wand dahinter. Ein echtes Infrarotpanel ist vorne neunzig Grad warm und hinten nur dreißig Grad, weil die gesamte Energie nach vorne gelenkt wird. Das wird durch drei Schichten erreicht. Ganz hinten ist das Stahlblech, das die Stabilität gibt. Darauf liegt eine Hochtemperatur-Isolierung, die bis zu vierhundert Grad aushält und die Wärme nach vorne reflektiert. Darauf liegt die eigentliche Heizschicht und ganz vorne die emittierende Platte. Diese Bauweise sorgt dafür, dass über achtzig Prozent der Energie als Strahlung nach vorne abgegeben werden und nur zwanzig Prozent als leichte Konvektion, die aber gewollt ist, damit sich die Luft sanft mischt und nicht steht.

Die Wirkung: Wie aus kalten Wänden warme Wände werden

Wenn die Strahlung die Wand trifft, passiert etwas, das man mit einer Wärmebildkamera sehr schön sehen kann. In den ersten Stunden erwärmt sich nur die Oberfläche der Wand um etwa ein Grad. Nach einigen Tagen dringt die Wärme aber immer tiefer in das Mauerwerk ein, weil die Strahlung kontinuierlich kommt und nicht wie bei einem Heizkörper nur in kurzen Intervallen. Nach zwei Wochen ist die Wand bis zu zehn Zentimeter tief durchgewärmt. Ab diesem Moment braucht das Paneel nur noch sehr wenig Strom, um diese Temperatur zu halten. Es schaltet sich über das Thermostat nur noch für wenige Minuten pro Stunde ein und wieder aus. Die Wand übernimmt die eigentliche Heizung. Sie wird zum großen, sanften Heizkörper, der keine kalten Ecken mehr hat. Das ist der Grund, warum Sie nie wieder Kondenswasser an den Fenstern haben werden und warum sich das Raumklima so anders anfühlt. Es ist nicht die heiße, stickige Luft einer Gasheizung, sondern eine milde, umhüllende Wärme, die aus allen Richtungen kommt und Ihren Körper gleichmäßig erwärmt, ohne die Luft auszutrocknen oder Staub aufzuwirbeln.

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